Tipp der Woche
Jodmangel und Schilddrüse
Ich höre oder lese immer wieder mal den Hinweis, dass es wichtig sei, auf eine ausreichende Jodzufuhr zu achten. Warum ist das so wichtig?
Doris Schraut: Wir nehmen heute über unser Trinkwasser und unsere Nahrung weniger als die Hälfte der benötigten Jodmenge zu uns. Diese chronische Unterversorgung führt langfristig zu einer Vergrößerung oder Fehlfunktion der Schilddrüse.
Meine Schilddrüse braucht also Jod. Wofür eigentlich?
Doris Schraut: Die Schilddrüse produziert und speichert zwei unentbehrliche Hormone, in denen Jod wichtiger Bestandteil ist, das L-Thyroxin (T4) und das Trijodthyronin (T3). Diese Hormone steuern unter anderem den Stoffwechsel, die Herz- und Kreislauffunktionen und das Wachstum.
Und wenn ich nun Jod nicht ausreichend zu mir nehme, was passiert dann?
Doris Schraut: Wenn die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone produzieren kann, dann entwickelt sie zusätzliches Drüsengewebe, vergrößert sich also, damit sie auch kleinste Jodmengen noch verwerten kann. Diese Vergrößerungen der Schilddrüse nennt man auch Struma, besser bekannt als Kropf.
Also wenn ich keinen dicken Hals bekommen möchte, muss ich ausreichend Jod zu mir nehmen. Wie schaffe ich das?
Doris Schraut: Essen Sie mindestens einmal in der Woche frischen Seefisch, Meeresfrüchte oder auch Feldsalat, trinken Sie jodreiches Mineralwasser - manche Sorten enthalten bis zu 100 μg / l - und verwenden Sie zum Kochen jodiertes Speisesalz. Und damit nicht ein Großteil des Jods beim Kochen verloren geht: Würzen Sie erst, wenn das Essen fertig gegart ist.

